Dahschur Knickpyramide & Rote Pyramide: Geschichte erklärt
Dahschur Knickpyramide & Rote Pyramide: Geschichte erklärt
Die Knickpyramide
- Erbaut: ca. 2600 v. Chr.
- Besonderheit: Knick im Neigungswinkel (54° auf 43°)
- Höhe: ca. 105 m (viertgrößte Pyramide Ägyptens)
- Status: Einzigartige weiße Kalksteinverkleidung erhalten
Die Rote Pyramide
- Erbaut: Direkt im Anschluss an die Knickpyramide
- Besonderheit: Erste geometrisch “echte”, gerade Pyramide
- Höhe: ca. 105 m (Baubeginn von Grund auf mit 43°)
- Funktion: Letzte Ruhestätte von König Snofru
Warum heißt sie Knickpyramide?
Der Name ist wörtlich zu nehmen: Die Seiten der Pyramide beginnen unten mit einem steilen Neigungswinkel von etwa 54 Grad und “knicken” auf halber Höhe auf einen deutlich flacheren Winkel von rund 43 Grad ab. Der Grund dafür waren statische Probleme während der Bauphase – der ursprünglich geplante steile Winkel hätte die Konstruktion instabil gemacht.
Snofrus Baumeister änderten den Plan mitten im Bau, um ein Einstürzen zu verhindern.
Mit einer ursprünglichen Höhe von rund 105 Metern ist die Dahschur Knickpyramide die viertgrößte Pyramide Ägyptens. Anders als bei den meisten anderen Pyramiden ist ihre äußere Kalksteinverkleidung bis heute größtenteils erhalten geblieben – ein seltener Glücksfall, der einen guten Eindruck davon vermittelt, wie glatt und hell die Pyramiden ursprünglich einmal aussahen.
Die Rote Pyramide: Die erste “echte” Pyramide
Nachdem die Knickpyramide gezeigt hatte, dass ein zu steiler Winkel nicht funktioniert, ließ Snofru wenige Kilometer weiter nördlich ein weiteres Bauwerk errichten: die Rote Pyramide.
Sie wurde von Grund auf mit dem flacheren, stabilen Neigungswinkel von rund 43 Grad geplant und gilt als die erste vollständig gelungene, geometrisch “echte” Pyramide Ägyptens.
Mit ursprünglich rund 105 Metern Höhe war sie zu ihrer Zeit das höchste von Menschen errichtete Bauwerk der Welt. Ihren Namen verdankt sie dem rötlichen Farbton des verwendeten Kalksteins, der besonders bei tief stehender Sonne deutlich sichtbar wird.
Während die Knickpyramide vermutlich nur als Kenotaph (Scheingrab) oder Kultstätte diente, wurde die Rote Pyramide zur tatsächlichen letzten Ruhestätte Snofrus.
Zwei Pyramiden, eine Lernkurve
Ohne die Fehler und mutigen statischen Korrekturen in Dahschur gäbe es die Cheops-Pyramide in ihrer heutigen Monumentalität vermutlich nicht. Snofrus Baumeister waren Pioniere, die das Gelernte an Snofrus Sohn Cheops weitergaben – der die Bautechnik kurz darauf in Gizeh vollendete.
Dahschur besuchen: Tipps für deinen Ausflug
Der Zugang zum Inneren beider Pyramiden ist grundsätzlich möglich, hängt aber von den jeweils aktuellen Besuchsregelungen vor Ort ab – dein deutschsprachiger Ägyptologe informiert dich direkt am Standort, welche Kammern und Gänge gerade zugänglich sind.
Am meisten Sinn ergibt ein Besuch von Dahschur in Kombination mit Sakkara und Gizeh, da sich so die komplette Entwicklung vom ersten Stufenbau bis zur perfekten Pyramide an einem einzigen Tag nachvollziehen lässt.
Dahschur live erleben ab Hurghada
Genau dieses Programm bietet unser privater Sakkara, Dahschur & Gizeh Ausflug ab Hurghada: Begleitet von einem lizenzierten deutschsprachigen Ägyptologen, inklusive Mittagessen, Eintrittsgeldern und garantiert ohne Kaffeefahrt oder Verkaufsstopps – schon ab 75 € pro Person. Weitere Kultur-Highlights finden Sie zudem in unserer Übersicht für Kultur Ausflüge ab Hurghada.
Häufig gestellte Fragen zur Dahschur Knickpyramide
Warum hat die Knickpyramide zwei unterschiedliche Neigungswinkel?
Wegen statischer Risse und Instabilitäten während des Baus musste der ursprünglich steile 54-Grad-Winkel auf etwa 43 Grad abgeflacht werden, um ein Einstürzen der massiven Steinmassen zu verhindern.
Ist die Rote Pyramide älter oder jünger als die Knickpyramide?
Sie ist jünger. Sie wurde erst erbaut, nachdem Snofru und seine Baumeister die statischen Lehren aus der Knickpyramide gezogen hatten, und gilt als deren direkte, perfektionierte Weiterentwicklung.
Wie weit ist Dahschur von Kairo entfernt?
Dahschur liegt rund 40 Kilometer südlich von Kairo in der Wüste, nahe dem Pyramidenfeld von Sakkara und den Ruinen der ersten altägyptischen Hauptstadt Memphis.
Kann man Dahschur mit anderen Pyramidenfeldern kombinieren?
Ja, absolut. Die perfekte Route führt von der ältesten Stufenpyramide in Sakkara über Dahschur bis zum monumentalen Abschluss bei den Pyramiden von Gizeh und der Sphinx.